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08.09.2018 | Claudia Heber
Die "mundlose Madonna" von Erfurt
Treffen des KA mit Weihbischof Hauke
 Am 31. August 2018 haben sich für einige Mitglieder des Katholischen Arbeitskreises die Türen und Tore zum gerade entstehenden Marienmosaik im Dach des Erfurter Domes geöffnet. 
Erfurt -  "Faszinierend" und "Bewegend" waren einige der Worte, die den Teilnehmer über die Lippen huschten, als wir oben unter dem Dach das gerade entstehende Marienmosaik besichtigen durften. Weihbischof Dr. Reinhard Hauke hat sich persönlich Zeit genommen, uns dieses Meisterwerk zu zeigen, das seit den 60er Jahren des vorherigen Jahunderts in Kisten verschwunden war. Knapp hundert Jahre zierte das Mosaik, das in Italien gefertigt wurde, die Westseite des Domes. Wegen einer notwendigen neuen Dachkonstruktion konnte es dort nicht mehr bleiben.

Den langen Weg zur musealen Aufarbeitung erklärte uns Weihbischof Hauke und führte uns anschließend 99 Stufen nach oben zu dem Meisterwerk, das fast zur Hälfte fertig ist. Museale Ausstellung heißt, es wird nicht rekonstruiert, sondern der aktuelle Zustand wird gezeigt. Merkwürdigerweise sind die roten Steine vom Mund der Gottesmutter verschollen. Also wird man sich nochmal überlegen, ob man die fehlenden Teile doch rekonstruiert oder künftig die "mundlose Madonna" präsentiert. Das alles braucht viel Geld. Insgesamt 220 T€ sind für den Aufbau des Mosaiks, dessen Steinchen von dem Sandstein, auf dem es aufgebracht war einzeln gelöst werden müssen. Die Summe ist noch nicht vollständig erreicht. Spenden sind daher willkommen.
  
    

Nach der Besichtigung und Führung hat sich Weihbischof Hauke noch Zeit genommen mit uns aktuelle politische Themen zu besprechen. Dabei wurde auch der Wunsch geäußert, dass die Kirche noch stärker Stellung gegen extremistische Entwicklungen in unserem Land beziehen sollte. Es war ein sehr offenes und spannendes Gespräch. Bedenkenswert auch die Aussage des Bischofs, dass Nächstenliebe keine Obergrenze kennt. Als politisch Aktive, die wir dem christlichen Menschenbild verpflichtet sein wollen, ist es wichtig, den Kompaß aus Subsidiarität, Personalität und Solidarität nicht aus den Augen zu verlieren. 

                          

Gerade auch das Gebet im Innenhof des Domes an den Bischofsgräbern war ein stärkender Moment an diesem Abend. Unserem Weihbischof dafür und für Information, Impuls, Gespräch und die gute Zeit ein herzliches Vergelts Gott!
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